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Wie warten Kerzen?

Kerzen sind - genau wie Menschen - alle unterschiedlich!

Es gibt dicke und dünne, große und kleine, glänzende und matte, angeditschte und (scheinbar) makellose. So unterschiedlich Kerzen sind, so verschieden ist ihre Art und ihr Ziel des Wartens. 

 

Einige warten gerne Jahr um Jahr, in ständiger Sorge vor dem Zischen des Streichholzes, das sie ihrem Ende näher bringt.

Andere warten sehnsüchtig darauf, entzündet zu werden, um ihr Licht und ihre Wärme hinzugeben, wie es ihre Bestimmung ist.

 

Manche sind stolz, besonderen Ereignissen beizuwohnen - auf Festtafeln zu stehen oder Altäre zu schmücken beispielsweise. 

Anderen ist es wichtig, vor allem für die Atmosphäre verantwortlich zu  sein oder ein Licht zu spenden dort, wo alles finster ist.

 

Einige liegen so lange wartend im Schrank, dass sie es kaum mehr erwarten können, zu brennen. Sie stürzen sich in die Flamme und fließen tropfend dahin.

Andere hängen am Dasein und der Zierde des Unangetasteten. Sie zaudern, rußen und verlöschen dauernd.

 

Manche warten eine Ewigkeit auf ihre Bestimmung und zerfließen letztlich unbemerkt. 

Anderen wird unerwartet Aufmerksamkeit zuteil mit der sie nicht gerechnet hatten.

 

Einige lieben das Warten - auf Feuer, auf Gelegenheit, auf den Auftritt. 

Andere können das Warten kaum ertragen. Sie trösten sich nur mit dem Gedanken, dass es ihren Geschwistern, den LED-Kerzen noch furchtbarer ergehen muss. Denn welchem Ziel sollte ihr Warten und Dasein dienen?

 

Das Warten perfektioniert haben übrigens die Adventskerzen.

Es durchdringt ihre gesamte Existenz - egal ob brennend oder wartend.

Sie dienen der Hoffnung. 

 

Denk daran, wenn du sie heute Abend anzündest! 

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