Krimi · 27. April 2026
Schreiben ist ein seltsames Leben. Man sitzt allein am Tisch und hofft irgendwann, dass andere sich für die Menschen interessieren, die nur im eigenen Kopf existieren. Zum Glück dauert es nicht mehr lange.
07. April 2026
Leer und verheißungsvoll liegst du vor mir. Der Tag ist noch jung. Die Luft riecht nach Frühling. Du bist nicht groß. Aufgetürmte Stapel an den Rändern überschatten dich. Es kostet Mühe, dich freizulegen. Ich muss dich verteidigen, gegen die Stapel von außen und meinen eigenen Anspruch. Und doch - es lohnt sich. Ich halte dich, nutze dich, fülle dich aus. Und fühle mich beschenkt. Ich zögere noch einen Moment, dann beginne ich zu schreiben. Was erwächst heute aus dir?
Zauberwort 2026 · 06. April 2026
Alles in die Hände von introvertierten Frauen. Sie sind es schon lange gewohnt, sich zu kümmern, ihre Komfortzone zu verlassen und sich behaupten zu müssen. Gleichzeitig haben sie ein großes Gespür für die Not aller anderen. Sie versuchen, für Ausgleich zu sorgen und niemanden in die Enge zu treiben. Sie wählen die ehrliche Auseinandersetzung statt den wutschnaubenden Krieg. Sie schlafen eine Nacht darüber, ehe sie Entscheidungen treffen. Sie entscheiden nicht egoistisch, streben nicht...
Zauberwort 2026 · 05. April 2026
Du bist keine Erfindung keine bloße Märchenfigur Dann hättest du ein Happy End bekommen lebtest glücklich bis ans Ende deiner Tage Aber du wurdest getötet und erzählst mit deiner Auferstehung unser aller Happy End
Zauberwort 2026 · 04. April 2026
Wie sollte das denn sonst gelingen? Gäbe es eine andere Möglichkeit? Wie sieht die aus? Ist sicher, dass sie zu einem guten Ende führt? Wer definiert, was ein gutes Ende ist? Wen oder was braucht es dafür? Bin ich selbst verantwortlich? Und wenn mir die Kraft fehlt? Wer steht mir bei?
Zauberwort 2026 · 03. April 2026
Eine stand unterm Kreuz. Eine ertrug seinen Schrei. Eine sah ihn sterben. Einer hatte ein Grab. Einer kam am Abend und brachte wundersam durchmischt Myrrhe und Aloe. Ich brachte eine warme Decke und Tee mit Milch und Honig. Wir umarmten ihn und weinten uns aus. Wir strichen ihm über die Wange, begruben ihn, hörten Fix You (in der Version von Fred Knittle), standen am Spülsaum und atmeten.
Zauberwort 2026 · 02. April 2026
Bleib, sagst du, und ich lasse Gott rein. Bleib, sagst du, und ich schenke einer Katze ein Zuhause. Bleib, sagst du, und ich fantasiere Geschichten. Bleib, sagst du, und ich leihe offene Ohren. Bleib, sagst du, und ich kümmere mich. Bleib, sagst du, und ich übe mich in Nachsicht.
Zauberwort 2026 · 01. April 2026
Jesus sagt: Die Letzten werden alles vorbereitet, vorfinden. Als dieser Satz die Runde macht, ist die Aufregung groß. Dass Vorbereitungen nötig sind, hatte vorher niemand bedacht. Fantasien werden ausgetauscht, worum es dabei geht: Gericht, Gemütlichkeit oder Glanzpolitur? Empfiehlt es sich, zu trödeln? Klingt ja ganz verheißungsvoll… Ich entscheide, nicht zu drängeln, in Ruhe meinen Tee zu trinken und den Sonnenuntergang bis zum Ende auszukosten.
Zauberwort 2026 · 31. März 2026
Am Fenster Blick auf die Nordsee Einzelne Windböen, schwebende Möwen Der helle Glanz der Welt Wellenrauschen Rauschen auch im Kopf Gedanken, Bilder, Pläne, Aufgaben Verantwortung auf der Schulter Schwere Schritte und leichte Hüpfer Aussicht, Weitsicht, Nachsicht – dicht beieinander Bewegtes Dasein in den Gezeiten Der helle Glanz der Welt
Zauberwort 2026 · 30. März 2026
Ich will aufstehen und meine Stimme erheben – gegen Großkotzigkeit und Großmäuligkeit. Dagegen, dass andere – oder ich – klein gemacht werden. Mit fadenscheinigen Erklärungen, hinter denen der Eigennutz und das eigentliche Interesse durchblitzen. Ich will aufstehen, denn auf beiden Beinen habe ich mehr Kraft, dem entgegenzutreten. Und mehr Raum im Zwerchfell für laute Gegenrede. Ich will aufstehen und den Mund aufmachen. Nicht wegducken. Nicht bequem sein. Nicht schweigen. Nicht den...

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