In der Küche dudelt das Radio. Ich schreibe Weihnachtspost. Mit halbem Ohr höre ich zu. Manchmal summe ich mit.
Dann meldet sich ein Reporter. Er ist aufgeregt.
„Ich habe einen Engel hier bei mir!“, ruft er atemlos.
Ich höre Straßenlärm im Hintergrund. Kinderlachen und hastige Schritte auf Asphalt.
„Ich bitte um eine kurze Antwort“, mahnt der Reporter. „Gleich beginnen die Nachrichten. Aber sagen Sie uns doch schnell: Wie genau geht Zuversicht?“
Dann spricht der Engel. Warme Stimme, sehr melodisch.
Die Hintergrundgeräusche verstummen wie ausgeknipst. Ich spitze die Ohren.
„Die Zuversicht“, lacht der Engel. „Das ist ganz leicht …“
Sphärisches Rauschen kommt aus dem Radio. Mal laut, mal leise. Die warme Engelsstimme ist verschwunden. Ich trete dicht ans Radio, presse das Ohr an den Lautsprecher.
Ich glaube, Musik zu hören. Und Glockenläuten. Vielleicht auch das Kinderlachen?
„… hoffen und vertrauen", endet der Engel.
„Vielen Dank“, der Reporter klingt beseelt, „damit gebe ich zurück ins Funkhaus.“
Ich schalte das Radio aus.
In meinem Kopf höre ich noch immer die warme Stimme des Engels.
Sehr bestimmt und voller Gewissheit hallt sie ihn mir nach.
Hoffen und Vertrauen!


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Iris (Mittwoch, 17 Dezember 2025 22:51)
Was für eine schöne Botschaft: hoffen und vertrauen. Zwei Worte, die es auf den Punkt bringen. Danke, Andrea.