Dezember

Im Dezember lasse ich das Licht aus und schaue gespannt in die Dunkelheit.

Ich höre alte Musik und unternehme ausgedehnte Spaziergänge in meinen Erinnerungen.

Ich lade Menschen an meinen Tisch, wir teilen ein Stück Leben.

Ich entzünde Kerzen in verschiedenen Räumen. In ihrem Glanz versammeln sich wieder Andere, hören Geschichten und schweigen miteinander.

Ich schlendere durch nächtliche Straßen und betrachte leuchtende Fenster.

Ich stehe mit geschlossenen Augen da und atme tief ein, um möglichst viel Dezember-Geruch aufzunehmen.

Ich schaue dem Garten beim Winterschlaf zu.

Ich lese viel und spinne eigene Geschichten.

Ich schreibe mit Tinte und Füller und mache Sterne aus Tintenklecksen.

Ich lasse meine Fantasie frei und die Träume an der langen Leine laufen.

Ich gebe der Wirkung von Worten in meinem Tag mehr Raum und höre staunend die frohe Botschaft.

Ich lasse das Jahr Revue passieren und lege es in Gottes Hände zurück.

Dann stehe ich mit offenen Händen da, bereit, mir etwas Neues hinein legen zu lassen.

 

inspiriert durch das Advents-Schreibexperiment von Susanne Niemeyer *freudenwort

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